Ex-Bayern-Juwel kämpft um Karriere: Was macht eigentlich Christian Früchtl?

Acht Jahre lang stand Christian Früchtl beim FC Bayern unter Vertrag und galt zeitweise als potenzieller Nachfolger von Manuel Neuer. Die Karriere verlief jedoch anders als erhofft und zeigte zuletzt einen stetigen Abwärtstrend. Doch was genau macht Christian Früchtl eigentlich?
Christian Früchtl
Christian Früchtl / Jonathan Moscrop/GettyImages
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Christian Früchtl wechselte im Alter von 14 Jahren von seinem Heimatverein in die Jugend des FC Bayern München. Dort durchlief er alle Nachwuchsabteilungen und absolvierte insgesamt 118 Spiele für die U17, die U19 sowie die zweite Mannschaft der Münchner.

Nach seiner Leihe zum 1. FC Nürnberg in der Saison 2020/21 kehrte Früchtl nach München zurück – ohne ein einziges Spiel für den FCN absolviert zu haben. Im Mai 2022 stand er zum ersten und letzten Mal für die erste Mannschaft des FC Bayern auf dem Platz: Am 34. Spieltag gegen Wolfsburg hütete der damals 22-Jährige in den letzten neun Minuten der Bundesliga-Saison 2021/22 das Tor und feierte anschließend die Meisterschaft. Viermal deutscher Meister und zweifacher DFB-Pokal-Sieger – eine beeindruckende Bilanz für insgesamt nur neun Minuten Einsatzzeit. Kurz darauf verabschiedete sich Früchtl vom Rekordmeister.

Früchtls Entwicklung seit seinem Abschied vom FC Bayern

Im Sommer 2022 wechselte Früchtl für eine Ablösesumme von 500.000 Euro zu Austria Wien – die bisher einzige Karrierestation, bei der er regelmäßig zum Einsatz kam. In zwei Spielzeiten absolvierte er 80 Partien, hielt 24-mal die Null und kassierte insgesamt 111 Gegentore – eine solide Gegentorquote von 1,39. Einen Titel konnte er in Wien jedoch nicht gewinnen: In der Saison 2022/23 bestritt er fünf Spiele in der Conference League - in der darauffolgenden Spielzeit wurde er mit der Austria Vizemeister.

Im vergangenen Sommer entschied sich das Torhütertalent für einen Wechsel nach Italien und wagte den Schritt zurück in eine der Top-Fünf-Ligen Europas. Für eine Ablösesumme von einer Million Euro schloss er sich der US Lecce an. Doch die bisherige Bilanz ist alles andere als vielversprechend: Früchtl stand lediglich in einem Spiel auf dem Platz – bei der 0:2-Niederlage in der Coppa Italia gegen den Zweitligisten Sassuolo.

Beim aktuellen Tabellen-17. der Serie A ist Früchtl zwar die klare Nummer zwei im Tor, doch mit Wladimiro Falcone hat er einen starken Konkurrenten vor sich. Falcone gilt als einer der Schlüsselspieler von Lecce und ist unumstrittene Stammkraft. Für Früchtl dürfte es daher äußerst schwierig werden, am 29-jährigen Italiener vorbeizukommen.

Wie kann es für Früchtl weitergehen?

Allerdings gibt es Szenarien, in denen Früchtl in der kommenden Saison zu mehr Einsatzzeiten kommen könnte. Ein möglicher Fall wäre ein Transfer von Falcone zu einem größeren Klub im Sommer - kein allzu unrealistisches Szenario, da Lecce durch einen Verkauf noch einmal hohe Einnahmen erzielen könnte. Mit einem Marktwert von vier Millionen Euro wäre Falcone beispielsweise eine attraktive Option als Ersatztorhüter für einen der großen italienischen Klubs.

Das zweite Szenario wäre ein Abstieg von Lecce - ebenfalls nicht ausgeschlossen, da der Klub aktuell nur drei Punkte Vorsprung auf den ersten direkten Abstiegsplatz hat. Sollte Lecce den Gang in die zweite Liga antreten, würde ein Verkauf von Falcone noch wahrscheinlicher werden. In diesem Fall stünden die Chancen gut, dass Früchtl zur neuen Nummer eins wird - auch wenn es dann nur in der zweiten italienischen Spielklasse wäre.

Die Karriere von Christian Früchtl verlief nicht wie erhofft - einst als Bayern-Talent mit vielversprechender Zukunft gehandelt, wäre er heute keine ernsthafte Option mehr für den Rekordmeister. Zwar bringt er das Potenzial mit, ein solider Torwart für einen Klub aus dem unteren Segment der Top-Fünf-Ligen zu sein, doch ein Problem zieht sich wie ein roter Faden durch seine Laufbahn: fehlende Einsatzzeiten.


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