Was macht eigentlich Bayerns Champions-League-Schreck Saul Niguez?
Von Oliver Helbig

Es war im Halbfinal-Hinspiel der Champions-League-Saison 2015/16, als der Spanier Saul Niguez den FC Bayern München mit einem furiosen Alleingang die Niederlage des deutschen Rekordmeisters einleitete. Niguez dribbelte sich fast durch die gesamte Hälfte der Münchner und umkurvte bei seinem Solo fünf Bayern-Stars, ehe er den Ball unhaltbar für Manuel Neuer ins linke Eck schlenzte und die Madrilenen von Atletico bereits nach elf Minuten auf die Siegerstraße brachte.
Zwar gewannen die Bayern das Rückspiel in der Allianz Arena mit 2:1, doch da damals noch die Auswärtstorregel galt, zog Atletico Madrid ins Finale ein. Das Endspiel gegen den Stadtrivalen Real Madrid verlor Atletico schließlich im Elfmeterschießen und das Dribbling von Saul Niguez brannte sich in die wehmütigen Fußballherzen der Münchner ein. So gerne hätte man das Finale in Mailand gegen die Königlichen bestritten. Umso schmerzlicher war es, dass Niguez bei seinem Alleingang nicht gestoppt werden konnte. Dieses Tor stand symbolisch für das CL-Aus des FC Bayern. Doch was macht der damalige Bayern-Schreck eigentlich heute?
Inzwischen ist das einstige Talent gereift und steht nach Leihgeschäften mit Rayo Vallecano und dem FC Chelsea derzeit beim FC Sevilla unter Vertrag. Allerdings ebenfalls auf Leihbasis. Diese endet im kommenden Sommer und Niguez wird wohl vorerst zu Diego Simeone zurückkehren. Sein Vertrag bei Ateltico läuft noch bis 2026.
Doch der einst vielversprechende Karrierestart des Spaniers ging steil bergab. Noch 2019 zählte Niguez mit einem Marktwert von 90 Millionen Euro zu den Topstars der Rojiblancos, jetzt sind es nur noch magere 3,5 Millionen Euro. Von der spanischen Nationalmannschaft, für die Niguez immerhin 19 Mal auflief, ist der Mittelfeldspieler derzeit meilenweit entfernt. Letztmals stand Niguez im November 2019 für die Furja Roja auf dem Rasen. Beim FC Sevilla erlebt der mittlerweile 30-Jährige ein Auf und Ab zwischen passablen und weniger guten Leistungen, Verletzungsproblemen und zuletzt sogar vier Spielen als Kapitän des aktuellen Tabellenzwölften in La Liga. Ein derartiger Abstieg war bei seinem Traumtor gegen den FC Bayern im Jahr 2016 nicht absehbar.
Beinahe Bayern-Wechsel?
Im Jahr 2021 soll der Spanier sogar einmal kurz vor einem Wechsel zum deutschen Rekordmeister gestanden haben. Einige Medien berichteten damals von einer angeblichen Einigung. Angeblich wären die Münchner damals bereit gewesen, 80 Millionen Euro für Niguez auf den Tisch zu legen - zu diesem Transfer kam es allerdings nie. "Es wird keine großen Transfers geben. Können Sie vergessen. Das wurde so zwischen dem Vorstand und dem Aufsichtsrat auf der letzten Sitzung besprochen", beendete damals Uli Hoeneß die Wechselspekulationen um einen derartigen Mega-Deal und der einstige Jugendspieler von Real Madrid blieb bei Atletico. Die Fortsetzung der Geschichte ist bekannt.
Was macht eigentlich?
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