So könnten die DFB-Frauen gegen Schottland auflaufen

Am Freitag sind die DFB-Frauen in Schottland in der UEFA Women's Nations League gefragt. Welche erste Elf könnte Bundestrainer Christian Wück auf den Rasen schicken?
Die DFB-Frauen in Nürnberg
Die DFB-Frauen in Nürnberg / Boris Streubel/GettyImages
facebooktwitterreddit

Der deutschen Frauennationalmannschaft bleibt nicht mehr viel Zeit: In weniger als 100 Tagen beginnt die Europameisterschaft in der Schweiz. Bis dahin haben die DFB-Frauen noch vier Partien in der UEFA Women's Nations League, um sich auf das große Turnier einzuspielen, Stabilität zu erlangen und die gröbsten Baustellen zu beseitigen. Den Anfang macht dabei die Begegnung mit den Schottinnen am Freitag, den 4. April (20.35 Uhr im ZDF). Sowohl das Hin- als auch das Rückspiel gegen Schottland ist neben der Vorbereitung auf die EM auch wichtig, um in der Nations League den ersten Tabellenplatz gegenüber der Niederlande zu verteidigen. Diese lauert nämlich punktgleich, aber mit zwei Toren weniger auf dem zweiten Rang.

Bundestrainer Christian Wück sei von mancher Spielerin im Kader "nicht zu 100 Prozent" überzeugt. Deshalb habe das Trainerinnenteam den Kreis ein bisschen erweitert und beispielsweise mit Franziska Kett eine Debütantin eingeladen. Wie können die DFB-Frauen gegen Schottland auflaufen? Wir stellen euch zwei Varianten vor:

Variante 1: Die experimentierfreudige Aufstellung (4-2-3-1)

Als Gruppenletzter der Nations League sind die Schottinnen zumindest auf dem Papier der Underdog und daher auch der optimale Gegner, um Spielerinnen eine Chance zu geben, sich zu beweisen und dadurch den letzten Sprung auf dem EM-Zug zu schaffen. Eine mögliche Startelf könnte wie folgt aussehen:

Tor: Ann-Katrin Berger

Eine Gewissheit gibt es bei der Deutschen Elf wenigstens schon: Ann-Katrin Berger ist die klare Nummer Eins zwischen den Pfosten und wird als Stammtorhüterin in die Schweiz fahren. "Sie strahlt die Sicherheit aus, für die die jungen Torhüterinnen vielleicht noch etwas länger brauchen", erklärte Wück seine Entscheidung vor rund einer Woche. Demnach ist es zu erwarten, dass Berger auch in den vier Spielen vor der EM im Kasten der DFB-Frauen steht und zumindest auf dieser Position keine Rotation stattfindet.

Abwehr: Gwinn, Minge, Kleinherne, Kett

Auf Giulia Gwinn wird Christian Wück wohl eher nicht verzichten wollen. Selbiges gilt aller Wahrscheinlichkeit nach für Janina Minge. Die zweite Innenverteidigerposition würde sich dann zwischen den Frankfurterinnen Doorsoun und Kleinherne entscheiden. Letztere hatte in der Vergangenheit nicht so oft die Chance, sich bei der Nationalmannschaft zu beweisen. Vielleicht gewährt ihr Wück ja gegen Schottland die Chance. Ein größeres Experiment könnte auf der linken Außenverteidigerposition warten: Dort könnte Franziska Kett ihr Debüt für die A-Nationalmannschaft feiern.

Defensives Mittelfeld: Nüsken, Lohmann

Auf der Sechs ist Sjoeke Nüsken eine Bank (siehe Variante 2). An ihrer Seite hat Wück die Qual der Wahl, um zu rotieren. Hoffnung auf einen Startelfeinsatz darf sich Sydney Lohmann machen. Die Bayern-Spielerin wurde in der Nationalmannschaft bisher eher offensiver eingesetzt, spielte sich in ihrem Verein aufgrund der Verletzung von Georgia Stanway zuletzt im defensiven Mittelfeld fest. Dort konnte Lohmann durch solide Leistungen überzeugen und eine gute Bewerbung für die DFB-Frauen einreichen.

Mittelfeld: Zicai, Alara, Bühl

Mit Cora Zicai und Alara Şehitler sind zwei junge Spielerinnen mit viel Potenzial im Kader der deutschen Frauennationalmannschaft. Beide performten zuletzt bei ihren jeweiligen Teams (Freiburg und Bayern) und könnten gegen Schottland mehr Spielzeit auf internationalem Niveau sammeln. Auf der linken Außenbahn ist an Klara Bühl wohl aktuell kein Vorbeikommen.

Angriff: Hoffmann

Als Stürmerin könnte Christian Wück auf die Leipziger Giovanna Hoffmann setzen. Sie würde vom Spielerinnenprofil das mitbringen, was der Bundestrainer für diese Position erwartet: Raumverständnis, Abschlussstärke und Durchsetzungsvermögen.

Variante 2: Auf Nummer sicher (4-2-3-1)

Wück scheint seine erste Elf noch nicht sicher gefunden zu haben. Dennoch wäre es durchaus wichtig, den Spielerinnen in den Nations-League-Partien die Möglichkeit zu bieten, sich einzuspielen. Die wahrscheinlichste Elf des aktuellen Kaders bestehend aus Stammspielerinnen, könnte so aussehen:

Tor: Ann-Katrin Berger

Begründung siehe Variante 1

Abwehr: Gwinn, Doorsoun, Minge und Linder

Der Blick auf die Kaderliste zeigt, dass sowohl die Kapitänin Gwinn als auch Sarai Linder als Außenverteidigerinnen gesetzt sind. In der Innenverteidigung hat Wück auch keine große Auswahl. Das Duo aus Doorsoun und Minge zeigt sich dabei am wahrscheinlichsten. Besonders Letztere konnte zuletzt in der Nationalmannschaft glänzen und ist aufgrund ihres vielfältigen Profils und der Tatsache, dass sie auch als defensive Mittelfeldspielerin agieren kann, eine gute Besetzung für den Spielaufbau von hinten heraus.

Defensives Mittelfeld: Nüsken und Senß

In der deutschen Nationalmannschaft ist Sjoeke Nüsken auf der Sechs schon seit längerem gesetzt. Die 24-jährige Mittelfeldspielerin versteht ihr Handwerk im defensiven Mittelfeld. Der Konkurrenzkampf dort ist auch bei den DFB-Frauen ein harter - ein Vorbeikommen an Sjoeke Nüsken ist aber alles andere als einfach. An ihrer Seite ist ein Einsatz von Elisa Senß erwartbar. Die Adlerträgerin konnte zuletzt wieder in ihrem Verein durch konstante Leistungen positiv auffallen. Auch das Zusammenspiel mit Nüsken ist Elisa Senß nach ein paar Spielen in der Nationalmannschaft gewohnt, was ihr den Vorzug vor anderen Spielerinnen verschaffen könnte.

Offensive: Brand, Freigang und Bühl

Die deutsche Flügelzange Brand und Bühl ist ein altbewährtes Mittel der DFB-Frauen. Beide Spielerinnen sind kaum aus der Startelf der deutschen Nationalmannschaft wegzudenken. Zwischen der Wölfin und der Bayern-Spielerin agierte zuletzt des Öfteren Laura Freigang als Zehnerin.

Angriff: Cerci

Als gelernte Stürmerinnen stehen Wück Giovanna Hoffmann, Selina Cerci und Lea Schüller zur Verfügung. Zwar verfügt Schüller über die größte internationale Erfahrung, kam aber zuletzt bei den Bayern lediglich als Jokerin zum Einsatz. Sowohl Hoffmann als auch Cerci haben aktuell das sogenannte Momentum auf ihrer Seite. Die Hoffenheimerin Cerci konnte in den letzten zwei Liga-Partien gleich vier Mal netzen. Vielleicht sorgt sie auch gegen Schottland für eine Aufbesserung der deutschen Tordifferenz.

Beide Varianten gehen von einer 4-3-2-1-Aufstellung aus, die auch in den bisherigen Spielen Wücks favorisierte Ausrichtung war. Ob er so kurz vor einem wichtigen Wettbewerb das komplette Gerüst und die Taktik umstellen will, ist fraglich.