Skandalspiel zwischen Union Berlin und Bochum: DFB verkündet Urteil!
Von Oliver Helbig
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Nach einem Feuerzeugwurf in der Schlussphase des Bundesligaspiels zwischen Union Berlin und dem VfL Bochum am 14. Dezember 2024 wurde Patrick Drewes im Tor des VfL Bochum von einem Feuerzeug am Kopf getroffen, woraufhin das Spiel zunächst lange unterbrochen und dann beim Stand von 1:1 mit einem Nichtangriffspakt ohne Torwart Drewes fortgesetzt wurde. Den Bochumern wurde später bereits mündlich ein 2:0 Sieg und somit der Dreier zugesprochen, Union ging nach dem Fehlverhalten des eigenen Fans leer aus. Dieses Urteil wurde nun vom DFB bestätigt.
Das DFB-Bundesgericht hat das Urteil nun nach Verhandlungen am grünen Tisch bestätigt und die Berufung von Kiel und St. Pauli verworfen, so dass der VfL Bochum zwei wichtige Zusatzpunkte im Abstiegskampf erhält, mit nun 17 statt 15 Punkten auf den Relegationsplatz 16 vorrückt und den 1. FC Heidenheim auf einen direkten Abstiegsplatz abrutschen lässt. Der Rückstand der Bochumer auf den FC St. Pauli und den ersten Nichtabstiegsplatz beträgt nun noch vier Punkte.
"Eine Berufung wäre nur zulässig, wenn der Verein in seinen Rechten direkt betroffen wäre. Das könnte beispielsweise der Fall sein, wenn er selbst Punkte abgezogen und zugesprochen bekäme – oder wenn von der Entscheidung ein abschließender Tabellenplatz abhängen würde", sagte Oskar Riedmeyer, der Vorsitzende des DFB-Bundesgerichts zum Urteil.
"Es ist weiterhin äußerst bedauerlich, dass es überhaupt zu diesem Vorfall und den daraus entstandenen Verhandlungen gekommen ist. Trotzdem sind wir erleichtert darüber, dass auch das DFB-Bundesgericht das Urteil des Sportgerichts bestätigt hat, welches aus unserer Sicht das einzig richtige ist. Wir wissen leider aus eigener Erfahrung, wie ärgerlich solch ein Strafmaß für den betroffenen Klub ist, sind aber dennoch der Auffassung, dass eine weitere Häufung dieser Unsitte nur mit maximaler Konsequenz verhindert werden kann", zeigte sich Bochums Geschäftsführer Ilja Kaenzig mit dem Urteil zufrieden.
Union gibt nicht auf: Präsident Zingler kündigt nächsten Schritt an
Die Reaktion fiel auf der anderen Seite erwartungsgemäß anders aus: Trotz des Urteils scheint das letzte Wort in diesem Fall noch längst nicht gesprochen zu sein. Union-Präsident Dirk Zingler kündigte noch am Freitagabend an, das Ständige Schiedsgericht anzurufen und damit die nächste Distanz einzuschalten.
"Wir waren heute Zeuge eines Verfahrens, in dem erstmalig das Fehlverhalten eines Zuschauers zu einer Spielumwertung geführt hat. Und das trotz einer ordnungsgemäßen Beendigung des Spiels durch den Schiedsrichter", sagte Zingler in einem Statement.
"Die Schaffung dieses Präzedenzfalls war aus unserer Sicht Ziel des Kontrollausschusses. Das Gericht ist vom VfL Bochum und vom Kontrollausschuss aufgefordert worden, ein politisches Signal zu senden. Dies war nur möglich unter fehlerhafter Anwendung der Rechts- und Verfahrensordnung. Wir sind daher gezwungen, dem politischen Druck zu entgehen und werden das Ständige Schiedsgericht anrufen", so Zingler weiter.
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