Schwarz-gelber Scherbenhaufen: Die Wahrheit über die BVB-Kabine enthüllt

Der BVB liegt in Trümmern. Ein neuer Bericht enthüllt, dass es innerhalb der Mannschaft zahlreiche Probleme und unzufriedene Spieler gibt. Ein Umbruch im Sommer ist unausweichlich.
Die Mannschaft vom BVB liegt in Trümmern
Die Mannschaft vom BVB liegt in Trümmern / Ralf Ibing - firo sportphoto/GettyImages
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Dass Borussia Dortmund in dieser Saison auf dem Rasen eine einzige Katastrophe ist, ist hinlänglich bekannt und spiegelt sich eindeutig in den Resultaten wieder. Doch auch abseits dessen liegt die Mannschaft in Scherben. Ein neuer Bericht der SportBild enthüllt die Wahrheit über den Zustand innerhalb des Teams.

Zunächst einmal sollen sich viele Spieler "hinter vorgehaltener Hand" einen massiven Kaderumbruch wünschen, um wieder "mehr Leben und Leistungsbereitschaft" zu implementieren. Auch Cheftrainer Niko Kovac soll bei den Verantwortlichen seinen Wunsch hinterlegt haben, mehr junge und vor allem hungrige Spieler zu verpflichten.

Führungsproblem beim BVB: Wegducken statt Verantwortung übernehmen

Zudem soll es bei der BVB-Mannschaft ein massives Verantwortungsproblem geben. Beispielhaft dafür war das peinliche Auswärtsspiel beim VfL Bochum, das die Borussia Mitte Februar mit 2:0 herschenkte. Anschließend stellte sich kein einziger Spieler an den Mikrofonen der anwesenden Journalisten. Ersatzspieler Waldemar Anton soll diesen Umstand der SportBild zufolge in der Kabine angesprochen haben. Die Resonanz darauf: Die Medien würden ohnehin nur schreiben, was sie wollen. Anton soll daraufhin dagegengehalten haben und zumindest etwas Einsicht bei den Führungsspielern erreicht haben.

Nichtsdestotrotz zeigt sich, dass die aktuelle BVB-Mannschaft eine "Wegduck-Mentalität" verinnerlichert hat, bei der es an Gier, an Leidenschaft und an Verantwortungsbewusstsein mangelt. Dass bei einem solchen Zustand die Ergebnisse ausbleiben, ist folgerichtig - und zieht selbstredend einen umfassenden Kaderumbruch nach sich.

Sportdirektor Sebastian Kehl hatte zuletzt in einem Interview mit den RuhrNachrichten angekündigt, dass im Sommer Köpfe rollen könnten. "Wir werden in den nächsten Wochen genau schauen, auf welche Spieler Borussia Dortmund auch in der Zukunft bauen kann. Wer nimmt diese Situation jetzt an? Wer stellt sich auch in den Wind und wer übernimmt jetzt Verantwortung? Es stehen nicht nur für den Klub wichtige Woche an, sondern auch für jeden einzelnen Spieler", sagte Kehl und kritisierte anschließend noch die fehlende Haltung im Team.

Die tiefgreifenden Probleme innerhalb der Mannschaften scheinen auch auf die Unzufriedenheit einzelner Spieler und schwierige Dynamiken zurückzuführen. Bereits berichtet wurde über Marcel Sabitzer als umstrittene Figur und schwieriger Charakter (alles dazu gibt es hier). Ein gewaltiges Problem schien allerdings auch Ex-Trainer Nuri Sahin zu sein, der es sich gleich mit mehreren Spielern verscherzt haben soll.

Mobbing und falsche Versprechungen: Der Streitfall Sahin beim BVB

Etwa Pascal Groß, dem bei seinem Transfer im Sommer eine zentrale Rolle zugesagt wurde. Der SportBild zufolge soll der deutsche Nationalspieler aber bereits im Oktober ersten Frust geschoben haben. Das führte darauf zurück, dass Sahin dem Mittelfeldspieler nach dem Champions-League-Spiel bei Real Madrid (5:2) einen Startelfeinsatz am kommenden Wochenende gegen den FC Augsburg zusagte. Groß saß jedoch erneut nur auf der Bank. In den Wochen darauf wurde der Nationalspieler dann konsequent von Sahin als Not-Rechtsverteidiger eingesetzt, was ein großes Thema in der Mannschaft gewesen sein soll.

Ebenfalls unzufrieden mit Sahin soll Gregor Kobel gewesen sein. Der Torwart musste unter dem Türken eine wichtige Rolle im Spielaufbau einnehmen, was dem fußballerisch schwachen Kobel überhaupt nicht gefiel. Sahin hielt jedoch an seiner Philosophie fest, wodurch laut der SportBild auch bei Kobel die Stimmung kippte.

Eine Streitfigur soll Sahin schon in der Vorsaison gewesen sein, als er als Co-Trainer von Edin Terzic fungierte. Damals soll es zu einem Vorfall mit den beiden Reservisten Salih Özcan und Youssoufa Moukoko gekommen sein. Das Duo habe nach dem Mannschaftstraining noch individuelle Schuss-Übungen absolviert, Sahin sei dazugekommen und habe gesagt, dass das zusätzliche Training bei den beiden doch ohnehin nichts nütze. Dieser Scherz kam bei Moukoko und Özcan überhaupt nicht gut an, die SportBild schreibt, dass es infolgedessen zu einem Wortgefecht zwischen Sahin und Özcan kam und das Verhältnis seitdem angespannt war.

Es sind also viele kleine Schauplätze, die zum ganz großen Kollaps in der BVB-Kabine geführt hat. Die Risse, die entstanden sind, scheinen irreparabel zu sein. Der BVB braucht weniger einen Kaderumbruch im sportlichen Sinne, als einen neuen Teamgeist. Die Herausforderung, die auf die Kaderplaner und Verantwortlichen zukommt, scheint viel eher eine menschliche, als eine fußballerische zu sein.


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