Zweimal abgesagt: Sjoeke Nüsken verrät Details über Chelsea-Wechsel

Sjoeke Nüsken ist im letzten Sommer nach London gewechselt und hat dort eine starke Saison gespielt. Nun verriet die DFB-Nationalspielerin einige Details zum Wechsel - Nüsken zögerte lange, bevor sie den Schritt zu Chelsea wagte.
Sjoeke Nüsken hat sich bei Chelsea weiterentwickelt - die Entscheidung zum Wechsel fiel ihr aber nicht leicht.
Sjoeke Nüsken hat sich bei Chelsea weiterentwickelt - die Entscheidung zum Wechsel fiel ihr aber nicht leicht. / Visionhaus/GettyImages
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Sjoeke Nüsken gilt als großes Talent im Mittelfeld und hat im letzten Sommer den Wechsel von Eintracht Frankfurt zum englischen Topklub FC Chelsea gewagt. Mit den Blues gewann Nüsken prompt die Liga und entwickelte sich als Spielerin weiter: In der Liga kam sie in 21 Spielen auf acht Tore und drei Vorlagen, spielte in einer offensiveren Position als vorher in Frankfurt. Bei der SGE war sie neben ihrer eigentlichen Position auf der Sechs auch in der Innenverteidigung zum Einsatz gekommen.

Im kicker-Interview sagte die 23-Jährige, dass Chelsea ihr schon von vornherein gesagt habe, "dass sie mich als Box-to-box-Spielerin gescoutet haben. Also, dass ich im offensiven Mittelfeld auf der Acht, Zehn oder Sechs spielen werde." In einigen Spielen kam Nüsken sogar als Stürmerin zum Einsatz - eine ungewohnte Rolle, die Nüsken aber gut erfüllte.

Im wichtigen Ligaspiel gegen Arsenal glänzte Nüsken etwa, war mit einem Doppelpack und einer Vorlage die Unterschiedsspielerin. Auch im Champions-League-Halbfinale gegen Barcelona bekam Nüsken zweimal über 90 Minuten das Vertrauen von Trainerin Emma Hayes (inzwischen Coach des US-Nationalteams). "Megafroh" sei sie über diese gelungene Saison, sagte Nüsken, auch wenn sie sich erst umgewöhnen musste: "Ein bisschen schneller, wilder, aggressiver" sei der englische Fußball, im Vergleich zur organisierteren Bundesliga.

Nüsken kann sich nun auch auf ein Ticket nach Paris Hoffnungen machen. Interimstrainer Horst Hrubesch schätzt die Mittelfeldspielerin sehr - bei der EM 2022 in England hatte Nüsken noch zuhause bleiben müssen.

Nach der ersten Saison in der englischen Liga kann Nüsken also zufrieden sein, lernte auch einen neuen Maßstab an Professionalisierung kennen: "Ich habe in Chelsea ganz neue Strukturen kennengelernt", so Nüsken. "Die Männerabteilungen unterstützen die Frauen mehr."

Aber den Schritt auf die Insel machte sie sich nicht leicht, wie Nüsken nun zum ersten Mal verriet. Zu sehr fühlte sie sich der SGE, bei der sie von 2019 bis 2023 spielte und zur Nationalspielerin reifte, verbunden, um bei der ersten Gelegenheit zu wechseln. "Zweimal hatte ich abgesagt, weil ich emotional sehr an Frankfurt gebunden war", erzählt Nüsken - aber Chelsea blieb hartnäckig und die 23-Jährige entschied sich letztendlich doch zum Wechsel.