Erfolgreiches Comeback nach Kreuzbandriss: Was macht eigentlich Thorgan Hazard?
Von Simon Zimmermann

Neun Jahre spielte Thorgan Hazard in der Bundesliga. Fünf Spielzeiten bei der Gladbacher Borussia, vier bei der Namenscousine aus Dortmund. Insgesamt absolvierte der Offensiv-Allrounder 234 Partien im deutschen Oberhaus. Für die Fohlenelf kommt er auf 182 Pflichtspiele (46 Tore, 44 Vorlagen), für den BVB waren es 123 (18 Tore, 21 Vorlagen).
Gladbach lockte Hazard im Sommer 2014 zunächst per Leihe von Chelsea an den Niederrhein. Da, wo sein älterer Bruder Eden zum Superstar reifte, wollte Thorgan nicht der Durchbruch gelingen. Den schaffte er stattdessen bei den Fohlen, die ihn ein Jahr später für acht Millionen Euro Ablöse fest verpflichteten.
Nach fünf meist erfolgreichen Jahren in Gladbach zog Hazard schließlich weiter zum BVB. 2019 überwies Schwarzgelb satte 25,5 Millionen Euro, um sich die Dienste des Belgiers zu sichern. Anders als in Gladbach war Hazard in Dortmund aber deutlich umstrittener - und fand sich immer häufiger in der Jokerrolle wieder. Den größten Erfolg in seiner Zeit in Deutschland feierte Hazard dennoch in Schwarzgelb. 2021 gewann er mit dem BVB den DFB-Pokal.
Die BVB-Offensive von Trainer Edin Terzic wurde damals noch angeführt von Erling Haaland, flankiert von Kapitän Marco Reus und Super-Dribbler Jadon Sancho. Dahinter zog Jude Bellingham im Mittelfeldzentrum die Fäden. Nachdem es im Finale gegen Leipzig bereits 3:0 zur Pause stand, wurde Hazard zum zweiten Abschnitt für Bellingham eingewechselt.
Ohne Zukunft beim BVB: Hazard seit 2023 zurück in Belgien
Zwei Jahre später war das Kapitel Bundesliga und Dortmund für ihn beendet. Hazard ging zurück in die Heimat, kurz nachdem die Saison 23/24 in der Bundesliga bereits begonnen hatte. Hazard zog es zum belgischen Topklub RSC Anderlecht, wo er einen Vertrag bis 2026 unterschrieb. Als Ablöse wurde nur ein Bruchteil der vom BVB gezahlten Summe fällig: vier Millionen Euro. Das entspricht auch dem aktuell geschätzten Marktwert des heute 31-Jährigen, der zu seiner Spitzenzeit in Gladbach im März 2019 noch 45 Millionen Euro betrug.
Seine Prime hat Hazard aber offenbar schon längst hinter sich. Und auch für Belgien kommt er seit der WM 2022 nicht mehr zum Einsatz. In Katar durfte der 47-fache Nationalspieler noch zwei von drei Gruppenspielen absolvieren. Mit dem enttäuschenden Gruppen-Aus der Roten Teufel scheint Hazards Nationalelf-Karriere beendet worden zu sein.
In der belgischen Heimat lief es für Hazard im ersten Jahr 23/24 aber wieder recht ordentlich. Der Rekordmeister musste sich im Meisterschaftsrennen allerdings dem FC Brügge und Union Saint-Gilloise geschlagen geben. Hazard konnte man in seiner ersten Saison durchaus als Stammspieler bezeichnen. Vier Tore und sechs Assists gelangen ihm in seinen ersten 24 Pflichtspielen für Anderlecht. Dann aber folgte kurz vor Saisonende der Verletzungsschock: Während der in Belgien ausgetragenen Meisterschaftsrunde riss sich Hazard beim 2:1-Heimsieg über Union SG das Kreuzband.
Sein Comeback feierte er nach 257 Tagen und 37 verpassten Pflichtspielen erst kurz nach Weihnachten 2024 - im Ligaspiel gegen Dender EH. Seither kommt Hazard wieder regelmäßig zum Einsatz, häufig sogar von Beginn an. So wie bei der 3:4-Pleite zum Ligaphasen-Abschluss der Europa League gegen die TSG Hoffenheim. Im letzten regulären Liga-Spiel vor der aktuellen Länderspielpause wurde der 31-Jährige dagegen erst kurz vor Schluss eingewechselt. Anderlecht gewann mit 3:0 gegen Cercle Brügge und geht nach der Länderspielpause als Vierter in die Meisterschaftsrunde.
Dort kämpfen die besten sechs Teams um die Meisterschaft und die beiden übrigen Europapokal-Plätze. An der Spitze steht überraschend KRC Genk mit 34 Punkten, gefolgt vom FC Brügge (30), Union SG (28) und Anderlecht (26).
Auf 18 Einsätze kommt Hazard seit seinem Comeback für Anderlecht. Bislang gelangen ihm in der laufenden Saison zwei Tore und zwei Vorlagen. In der Meisterschaftsrunde will er nun seinen Stammplatz festigen - und RSC wieder nach Europa schießen.