Droht Gladbach der Ausverkauf? So will Virkus seine Stars halten

Der sportliche Aufschwung von Gladbach bietet gleichermaßen Chancen wie Risiken. Wir sehen uns an, wie die Zukunft der Stars aussehen könnte.
Borussia Mönchengladbach mischt wieder oben mit.
Borussia Mönchengladbach mischt wieder oben mit. / Pau Barrena/GettyImages
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Borussia Mönchengladbach hat sich vom jahrelangen Dasein als Graue Maus erholt und endlich wieder den Vorwärtsgang gefunden. Als Tabellen-Fünfter stehen die Chancen hervorragend, endlich wieder in den europäischen Fußball zurückzukehren.

Dennoch dürften die Verantwortlichen mit einem besorgten Auge in die Zukunft blicken. Einige Stars haben sich derart in den Vordergrund gespielt, dass andere Klubs längst ein Auge auf sie geworfen haben. Sollte am Ende aber mindestens die Qualifikation für die Europa League stehen, hätte der Verein allerdings auch wieder bessere Argumente, um den ein oder anderen von einem Verbleib zu überzeugen.

Elvedi & Itakura: Bleibt zumindest einer?

Als besonders unsicher gilt schon seit längerer Zeit die Zukunft des Abwehr-Duos Nico Elvedi & Ko Itakura. Die Fohlen wollen laut Bericht der Sport Bild mindestens einen der beiden halten. Leichter dürfte dies beim noch bis 2027 gebundenen Elvedi werden. Mit dem nur noch bis 2026 gebundenen Itakura soll es Gespräche geben, jedoch zockt der Japaner noch, weil er auf ein Angebot eines Top-Klubs hofft. "Keinem bleibt verborgen, dass beide hervorragend spielen. Ich kann verstehen, wenn sie international spielen wollen", erklärte Sport-Geschäftsführer Roland Virkus.

Ullrich: Leistung zahlt sich aus

Ins Blickfeld konnte sich zuletzt auch Lukas Ullrich spielen, der links hinten inzwischen klarer Stammspieler ist. Dies hat aber auch die Folge, dass der bis 2027 gebundene Youngster eine klare Aufstockung seines Gehalts fordert. Der Sport Bild zufolge liegt dieses aktuell bei einer Million Euro. Noch soll es keine entscheidenden Fortschritte im Poker gegeben haben, jedoch gilt eine Einigung im Grunde als wahrscheinlich. Für Ullrich würde es auch keinerlei Sinn ergeben, die Fohlen jetzt zu verlassen.

Friedrich und Lainer vor dem Abschied? Angebliches Liverpool-Interesse an Nicolas

Enden könnte die Gladbach-Zeit im Sommer hingegen bei den beiden Routiniers Marvin Friedrich und Stefan Lainer. Im Winter wollte Gladbach beide Profis nicht ziehen lassen, weil sie wichtige Back-Ups sind, die immer wieder benötigt werden. Im Sommer soll die Situation der wechselwilligen Abwehrspieler aber neu bewertet werden. Bei Friedrich könnte die Zukunft auch davon abhängen, wie es mit Itakura und Elvedi weitergeht.

Noch nicht ganz klar ist auch der Stand im Gladbach-Tor. Zwar hat Virkus mit dem aktuell verletzten Keeper Moritz Nicolas bereits bis 2029 verlängert, jedoch soll Liverpool ein Auge auf den 27-Jährigen geworfen haben. Dies hat wohl auch damit zu tun, dass der frühere Torwarttrainer der Fohlen, Fabian Otte, inzwischen bei den Reds tätig ist.

Gladbach kann dem Interesse natürlich einen Riegel vorschieben, jedoch ist fraglich, ob sie dem Schlussmann im Wege stehen, sollte er tatsächlich die Chance bekommen, für Liverpool zu spielen. Bedenkt man jedoch, dass der Insel-Klub mit Giorgi Mamardashvili im Sommer ohnehin einen neuen Keeper erhält, klingt ein solches Szenario eher unwahrscheinlich.

Bleibt das Duo Plea & Kleindienst in Gladbach?

Zu den ganz klaren Aufsteigern der Saison gehört Angreifer Alassane Plea. Der 32-Jährige ist nach durchwachsenen Jahren wieder ein Schlüsselspieler. Im November hatte sich sein Vertrag automatisch bis 2026 verlängert, jedoch könnte die Zusammenarbeit sogar noch länger andauern. Der Spitzenverdiener (4,5 Millionen Euro) müsste sich aufgrund seines Alters aber wohl mit einem leistungsbezogenen Vertrag begnügen. Aktuell funktioniert Plea hervorragend als hängende Spitze hinter Tim Kleindienst, weshalb eine Verlängerung Sinn ergeben könnte.

Unklar ist allerdings auch, wie es mit Kleindienst weitergeht. Der 29-Jährige hat sich längst einen Namen gemacht und selbst wenn laut der Sport Bild aktuell noch kein Angebot vorliegt, erwarten die Verantwortlichen im Sommer ein großes Werben um den Angreifer. Für Gladbach spricht jedoch, dass Kleindienst keine Ausstiegsklausel im Vertrag (bis 2028) hat und seine WM-Chancen wohl am größten sind, wenn er bei den Fohlen bleibt - und im besten Fall international spielt.

Reitz-Verbleib trotz Klausel? Virkus will seinen Spielern etwas bieten

Ebenfalls bis 2028 gebunden ist Mittelfeld-Talent Rocco Reitz. Dieser hat jedoch eine Ausstiegsklausel in Höhe von 20 Millionen Euro im Vertrag stehen. Die Situation ist ansonsten ähnlich zu jener mit Kleindienst. Auch Reitz hätte gute Chancen, als Gladbach-Profi den Sprung zur WM zu schaffen. Auch für ihn wäre aber gerade eine Teilnahme am internationalen Geschäft sehr vorteilhaft.

"Sogar deutscher Nationalspieler kannst du werden, wenn du in Gladbach spielst. Wir müssen unseren Job jetzt gut machen, um den Jungs etwas zu bieten", verdeutlichte Virkus.

Europa-Qualifikation als Schlüssel für die Zukunft

Über allem steht hierbei die Qualifikation für das internationale Geschäft. Diese wäre nicht nur sportlich betrachtet reizvoll für die Stars, sondern würde auch den finanziellen Spielraum der Verantwortlichen ein wenig größer machen. Bitter wäre hingegen, wenn Gladbach trotz einer guten Saison am internationalen Geschäft scheitert. Dann lägen die Stars sozusagen auf dem Silbertablett bereit und man müsste im Sommer wieder von vorne anfangen.

Dies wäre sicherlich auch nicht das Wunschszenario des noch bis 2026 gebundenen Coaches, Gerardo Seaoane. Stand jetzt gibt es noch keine konkreten Gespräche bezüglich einer Verlängerung, weil beide Parteien keine Eile sehen und sich voll vertrauen. Natürlich will aber auch der Trainer langfristig die Basis haben, Europa erreichen zu können.


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