Davies-Verletzung: Kanada reagiert auf Bayern-Drohung
Von Oscar Nolte

Alphonso Davies hat sich im Länderspiel der kanadischen Nationalmannschaft gegen die USA einen Kreuzbandriss zugezogen. Der FC Bayern und der kanadische Verband streiten sich seitdem um die Schuldfrage.
Vorwurf aus München und von Davies' Berater: der kanadische Verband sei unvorsichtig gewesen und habe Davies spielen lassen, obwohl der Linksverteidiger selber Zweifel über seinen Fitnesszustand geäußert hätte. Zuletzt drohte Geschäftsführer Jan-Christian Dreesen sogar mit rechtlichen Schritten.
Der kanadische Fußballverband hingegen weist die Vorwürfe von sich. The Athletic will sogar erfahren haben, dass Kanadas Nationaltrainer Jesse Marsch aufgrund des Verletzungsrisikos ohne Alphonso Davies für das Spiel gegen die USA plante und den Bayern-Star nur deshalb aufstellte, da Davies selber einen Einsatz gefordert haben soll.
Bayern-Vorwürfe an den Haaren herbeigezogen?
Kanadas Soccer-Sprecher Paulo Senra hat sich gegenüber The Athletic nun zudem zur Münchener Drohung von juristischen Schritten geäußert.
"Wir haben die Umstände im Kontext der medizinischen Versorgung von Alphonso Davies weiter untersucht. Die medizinischen Unterlagen bestätigen, dass die ordnungsgemäßen Pflegeprotokolle befolgt wurden, und die Kommunikationsaufzeichnungen zeigen, dass unser medizinisches Personal Bayern München während des gesamten Turniers auf dem Laufenden gehalten hat", erklärte Senra und impliziert damit, dass die Vorwürfe von der Säbener Straße nicht nur haltlos, sondern schlichtweg an den Haaren herbeigezogen sind. Dreesen hatte dem kanadischen Verband unter anderem mangelnde Kommunikation vorgeworfen.
Sollte die Aussage von Senra stimmen, wäre die Einleitung juristischer Schritte seitens des FC Bayern eine Farce. Ohnehin stehen der Rekordmeister sowie Davies' Berater mit ihren Vorwürfen - gemessen an den sehr sachlichen Aussagen und Analysen vom kanadischen Verband - in der Causa Alphonso Davies derzeit nicht sehr seriös da.
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