BVB plant dritten Anlauf bei Wunschspieler

Im Werben um Rayan Cherki ging der BVB bislang leer aus. Der Spielmacher von Olympique Lyon soll aber weiter der große Wunschspieler sein und das Gesicht des Kader-Umbruchs werden. Mit einem Deal könnte es jedoch knifflig werden.
Rayan Cherki bleibt ein Transferziel der Borussen.
Rayan Cherki bleibt ein Transferziel der Borussen. / Eurasia Sport Images/GettyImages
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Wird Rayan Cherki zur Dortmunder Version von Callum Hudson-Odoi? Immer und immer wieder hatte Hasan Salihamidzic zu seiner Zeit beim FC Bayern versucht, den Engländer nach München zu locken und ist regelmäßig gescheitert. Die gleiche Hartnäckigkeit legt nun offenbar auch Sebastian Kehl bei Lyon-Star Rayan Cherki an den Tag. Laut Bericht der Ruhr Nachrichten möchte der BVB-Sportdirektor einen dritten Anlauf bei Cherki starten und daher in naher Zukunft Kontakt zu OL-Präsident John Textor aufnehmen. Der 21-Jährige soll im Sommer der Königstransfer im Rahmen der zu erwartenden Kader-Neustrukturierung werden.

Der BVB wollte sich Cherki ursprünglich schon im Sommer 2024 angeln, jedoch war Coach Nuri Sahin vom technischen Edelkünstler nicht ausreichend überzeugt. Im Winter zogen dann alle Borussen an einem Strang, jedoch sorgte die späte Offerte in Höhe von 22,5 Millionen Euro in Lyon für mächtig Ärger. Das Angebot sei laut Lyon-Präsident Textor "respektlos kommuniziert" worden, habe "nicht dem Marktwert des Spielers entsprochen und war zeitlich schlecht gewählt". Zwar war aus Dortmund zu hören, dass das Angebot für Cherki, mit dem man sich bereits einig war, bereits eine Woche vor Transfer-Schluss stand, jedoch argumentierte Textor, dass man drei Tage vor dem Deadline Day keine Alternative mehr hätte verpflichten können.

Die Vorgeschichte aus dem Winter wird es den Borussen schon mal nicht leichter machen, einen Durchbruch in den Verhandlungen mit Lyon zu erzielen. Sebastian Kehl dürfte inzwischen schließlich auf der roten Liste des französischen Traditionsklubs ganz weit oben erscheinen.

Cherki in Gala-Form: Marktwert schnellt nach oben

Erschwerend kommt auch noch hinzu, dass Cherki aktuell in einer Gala-Form aufläuft. Der Offensiv-Künstler hat in den letzten acht Ligue-1-Spielen neun Scorer gesammelt. Zudem konnte er in der Europa League vier Assists gegen Bukarest markieren. In der Länderspielpause überzeugte er dann auch noch mit drei Torbeteiligungen beim furiosen 5:3-Sieg der französischen U21 gegen die jungen Three Lions. Angesichts des Formanstiegs hat sich sein Marktwert inzwischen auf 35 Millionen Euro erhöht. Wäre Cherki abseits des Platzes nicht als kleines Enfant terrible verschrieen und auf dem Feld im Spiel gegen den Ball zumindest bemüht, hätte der BVB bei einem solchen Ausnahmetalent wohl ohnehin keine Chance mehr.

Letztlich hätte der BVB im Winter mit einem etwas besseren und früheren Angebot für Klarheit sorgen müssen. Nun könnte man den Moment verpasst haben. Problematisch ist auch, dass im Sommer die erste Tranche der 30-Millionen-Euro-Ablöse für den bislang floppenden Yan Couto fällig wird und ein Loch ins Budget reist. Verpasst der BVB dann auch noch die Champions League und womöglich sogar komplett das internationale Geschäft, dürften die Taschen nicht sonderlich voll sein - Klub-WM-Teilnahme hin oder her.

Lyon ebenfalls in keiner guten Position

Die größte Chance für den BVB ist die Tatsache, dass Lyon in keiner besseren Situation steckt. Cherki ist nur noch bis 2026 gebunden und Lyon finanziell nicht auf Rosen gebettet. Die Wahrscheinlichkeit einer Verlängerung ist nicht gegeben und das Erreichen des europäischen Wettbewerbs ebenfalls in der Schwebe. Es dürfte also kein Zweifel daran bestehen, dass Cherki den Ligue-1-Klub im Sommer verlassen wird.

Dortmund hat den Vorteil, schon mal eine Einigung mit dem 21-Jährigen erzielt zu haben. Trotzdem ist es natürlich nicht unwahrscheinlich, dass Cherki im Sommer finanziell und sportlich noch attraktivere Angebote erhält. Schon jetzt wird er bei vielen Topklubs aus der Premier League gehandelt.

Sollte der BVB hingegen im Saison-Schlussspurt noch derart zulegen, dass ein Champions-League-Platz erreicht wird, hat Schwarzgelb gute Trümpfe in der Hand. Der Rückstand auf Rang vier beträgt allerdings schon sieben Punkte.


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