Dilemma ohne Ausweg? Maxi Beier wird zum Problem für Niko Kovac

In Abwesenheit des verletzten Serhou Guirassy setzte BVB-Trainer Niko Kovac gegen Mainz und in Freiburg auf Maximilian Beier im Sturmzentrum. Der Sommer-Neuzugang aus Hoffenheim wird für Kovac zum Problem.
Maximilian Beier befindet sich im Formhoch
Maximilian Beier befindet sich im Formhoch / Ralf Ibing - firo sportphoto/GettyImages
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Maximilian Beier wechselte im Sommer als ausdrücklicher Wunschtransfer von Trainer Nuri Sahin von der TSG Hoffenheim zu Borussia Dortmund. 28,5 Millionen Euro zahlte der BVB für den vierfachen deutschen Nationalspieler, der sich lange schwer damit tat, in Dortmund anzukommen.

Zuletzt blühte Beier aber auf, glänzte auch beim Dortmunder 4:1-Sieg am Samstag beim SC Freiburg. Beier wird mit seinen Leistungen als Mittelstürmer zum Problem für Niko Kovac.

Beier endlich auf seiner Lieblingsposition

Zur Wahrheit von Maxi Beiers schwieriger erster Saison beim BVB gehört, dass der 22-Jährige unter dem Dortmunder Ex-Trainer Nuri Sahin konsequent auf dem Flügel eingesetzt wurde. Serhou Guirassy gehört der Platz im Sturmzentrum, unter Sahin spielte der BVB in der Regel in einem System mit nur einer Spitze.

Unter Niko Kovac ändert sich das derzeit. Kovac ließ seine Mannschaft zuletzt im 3-5-2-System spielen. Beim 3:1-Erfolg am vergangenen Spieltag gegen den FSV Mainz 05 startete Maximilian Beier gemeinsam mit Karim Adeyemi in der Spitze, Beier vertrat den angeschlagenen Guirassy. Auch beim 4:1-Erfolg am heutigen Samstag gegen den SC Freiburg setzte Kovac wieder auf das Duo Adeyemi und Beier - und wurde erneut belohnt.

Beier und Adeyemi konnten beide sowohl gegen Mainz, als auch in Freiburg glänzen, was vor allem daran liegt, dass sie endlich auf ihren favorisierten Positionen und nicht mehr als Flügelspieler eingesetzt werden.

Vor allem Beier konnte gegen Mainz und in Freiburg in seiner Rolle als Stoßstürmer überzeugen. Gegen Mainz traf er doppelt, in Freiburg sammelte er nun zwei Assists. In beiden Spielen zeigte Beier starke Leistungen; an der Seite von Adeyemi blüht der Sommer-Neuzugang aus Hoffenheim derzeit komplett auf.

Und genau hier liegt der Hund begraben: was tun, nun, da Guirassy wieder fit ist?

Kovac wird nach den zwei erfolgreichen Spielen gegen Mainz und Freiburg mutmaßlich an seinem System mit Dreierkette und zwei Stürmern festhalten. An und für sich wäre in der Aufstellung also Platz für Beier und Guirassy. Dadurch würde sich die Dynamik des Dortmunder Spiels aber ändern. Mit Adeyemi und Guirassy im Sturm würde der Matchplan gleich bleiben: der pfeilschnelle Adeyemi, der in die Räume stößt und der Stoßstürmer in der Mitte, der als Wandspieler für Adeyemi sowie als Finisher fungiert.

Aufgrund seiner Schnelligkeit und Dribbelstärke scheint Adeyemi in dem System mit zwei Spitzen gesetzt zu sein. Kovac hat also die Qual der Wahl zwischen dem formstarken Beier und Rückkehrer Guirassy, der gegen Freiburg eingewechselt wurde und prompt traf.

Wenn es eine Wahrheit in dieser Saison beim BVB gibt, dann die, dass Guirassy trifft, wenn er auf dem Platz steht. Der Guineer steht bei unfassbaren 25 Toren und acht Torvorlagen in 36 Pflichtspielen, ist statistisch also beinahe alle 90 Minuten an einem Dortmunder Treffer beteiligt. Guirassy ist die Lebensversicherung des BVB - und somit in der Startaufstellung gesetzt, sofern er fit ist.


BVB-Stürmer: Guirassy und Beier im direkten Vergleich 2024/25

Serhou Guirassy

Maxi Beier

Einsätze

37

38

Tore

25

8

Torvorlagen

8

4

Minuten pro Tor

124

257


Für Kovac ergibt sich somit ein Dilemma. Hält er an seinem System fest, muss einer der drei Topstürmer draußen bleiben. Zwischen Adeyemi und Beier scheint die Wahl derzeit eher auf Adeyemi zu fallen - Beier fällt dem System zum Opfer.

Für den BVB stehen nun entscheidene Partien an. Am Mittwoch geht es nach Barcelona, zum Hinspiel des Champions-League-Viertelfinals gegen Barca. Am Wochenende drauf steigt der deutsche "Klassiker" gegen den FC Bayern.

Beides Spiele, bei denen der pfeilschnelle Adeyemi zum Trumpf für den BVB werden könnte. Für Beier scheint indes kein Platz zu sein - obwohl er auf seiner Lieblingsposition endlich in Dortmund angekommen zu sein scheint.


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