Bei Umbruch wieder weg? Waldemar Anton spricht offen über schwere BVB-Saison
Von Franz Krafczyk

Seine erste Saison im Trikot von Borussia Dortmund verlief bisher alles andere als nach Plan: Waldemar Anton ist seit seinem Wechsel im Sommer Teil einer enttäuschenden BVB-Mannschaft, die derzeit im Mittelfeld der Bundesliga feststeckt und das internationale Geschäft zu verpassen droht.
Für den Sommer kündigte Sebastian Kehl daher bereits einen Umbruch an: "Wir werden in den nächsten Wochen genau schauen, auf welche Spieler Borussia Dortmund auch in der Zukunft bauen kann. (…) Wer nicht die richtige Haltung an den Tag legt, wird keine Perspektive in diesem Klub haben", sagte der Sportdirektor. Läuft auch Anton Gefahr, nach einer durchwachsenen Debüt-Saison schon wieder verkauft zu werden?
"Ich wurde vor der Saison geholt, um eine Führungsrolle zu übernehmen", sagte der Innenverteidiger gegenüber Transfermarkt selbstbewusst. "Die versuche ich auszufüllen – auch in Phasen, in denen es nicht gut läuft. Natürlich sprechen wir intern klar an, was funktioniert und was besser werden muss. Und es ist eine meiner Stärken, dass ich Verantwortung übernehmen möchte. Wir haben auch viele junge Spieler. Ich gehöre zu den Älteren, deshalb ist es ein Stück normal, dass ich das tue."
Um seine sportliche Zukunft scheint sich der 28-Jährige keine größeren Sorgen zu machen. "Ich wurde geholt, weil ich vorangehen möchte. Es ist eine Grundvoraussetzung im Fußball, dass jeder Gas gibt und versucht, an sein Limit zu gehen. Das ist das Wichtigste. Und die älteren Spieler müssen vorangehen", bezog sich Anton auf die Ansage von Kehl.
Anton erklärt Gründe für schwache BVB-Saison
Dem 22,5-Millionen-Euro-Transfer ist gleichzeitig bewusst, dass sich die gesamte Mannschaft schnellstmöglich steigern muss. Als Grund für den enttäuschenden Saisonverlauf führte Anton in erster Linie das Verletzungspech an, das den BVB gerade zu Saisonbeginn treu begleitete. "Das soll keine Ausrede sein, spielte aber eine große Rolle. In vielen Spielen hat es nicht so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben. Manchmal hat vielleicht auch das Quäntchen Glück etwas gefehlt."
Anton gestand aber auch: "In zu vielen Spielen war es einfach zu wenig. Ich bin ein Freund davon, zu sagen, dass in erster Linie die Basics stimmen müssen. Wenn das der Fall ist, bekommt man auch das Quäntchen Glück zurück. Fußball ist ein Ergebnissport und wenn du nur 60 Minuten gut spielst, kann es sein, dass du in den restlichen 30 Minuten zwei oder drei Gegentore bekommst und verlierst. (...) Wenn es nicht läuft, muss sich jeder von uns Spielern hinterfragen. Das wurde aber auch getan, damit es wieder in die richtige Richtung geht", so der Nationalspieler weiter.
Insgesamt könne auch er selbst noch eine Schippe drauflegen: "Meine persönlichen Erwartungen haben sich bisher noch nicht erfüllt, ich bin diesen leider noch nicht gerecht geworden", so Anton, der auch seine drei Verletzungen nicht als Ausrede nehmen möchte. "Ich bin noch nicht da, wo ich sein möchte. Da geht noch viel mehr. Auch für mich war es keine einfache Saison. Einen richtigen Spielrhythmus hatte ich nicht. Es steckt auf jeden Fall noch mehr in mir, als die Fans aktuell von mir zu sehen bekommen."
Die nächste Gelegenheit, den Fans seine wahren Stärken zu zeigen, dürfte Anton beim schweren Auswärtsspiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen den SC Freiburg bekommen. Mit einem Sieg gegen den direkten Konkurrenten könnten die Schwarz-Gelben weiter an die internationalen Plätze anschließen.
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